Microsoft Offizieller prangert überzogene Kritik an Windows 8 an

Ein Microsoft Vertreter äußert sich öffentlich genervt über die, in seinen Augen, überzogene Kritik am neuesten Betriebssystem der Softwareschmiede aus Redmond. Zu Recht?

 

Ist da etwa jemand gereizt? Anders ist es kaum zu erklären, wenn Frank Shaw, seines Zeichens Microsoft Vice President of Corporate Communications, also immerhin eine Art Beauftragter für die Kommunikation des Softwareriesen mit der Außenwelt, sich im offiziellen Microsoft-Blog darüber beschwert, dass die Kritik an Windows 8 gar zu harsch sei. Schuld ist seiner Meinung nach das Internet – in Zeiten ubiquitärer Vernetzung sei ein „trend to the extreme“ festzustellen, und „schwarz-weiß Karikaturen“ seien willkommener als „Graustufen-Realität“.

Shaw nimmt dabei Bezug auf zwei Artikel in „the Economist“ und in der „Financial Times“, in denen die Entscheidung, den Startbutton zu entfernen als großer Fehler, und Windows 8 überhaupt als Markenfehlschlag schlimmster Sorte bezeichnet wurde. Dabei räumt der Microsoft Offizielle ein, dass Windows 8 nicht jedem gefallen könne, das sei bei einem derart verbreiteten System auch kaum zu erwarten. Seiner Ansicht nach ist es aber trotzdem ein gutes System, bei dem man das große Ganze im Blick haben solle, und nicht nur die „Kanten“, an denen ständig geschliffen werde.

Bei Chip-Online gibt man Shaw zumindest teilweise Recht: Das Betriebssystem sei nicht schlecht, aber bleibe Geschmackssache. Auch die Computer und Service GmbH Leverkusen schließt sich dieser Meinung an. Windows 8 ist ein zuverlässig laufendes, modernes Betriebsystem, unterscheidet sich in der Bedienung aber grundlegend von seinen Vorgängern, die seit Windows 95 weitestgehend gleich gesteuert wurden. So kommt nicht jeder User mit der neuen Kacheloberfläche zurecht, und viele vermissen den altbekannten Startknopf in der unteren linken Ecke tatsächlich – für diese Leute wird es auch kaum ein Trost sein, dass der Startknopf mit dem Update Windows 8.1 wiederkehrt, öffnet er dann ja schließlich nicht das Startmenü sondern führt einfach wieder auf die Kacheloberfläche zurück.

Dennoch, das Fazit von C&S Leverkusen lautet: Für die Oma, die lange gebraucht hat, bis sie mit alten Windowssystemen zurechtkam, bleibt Windows 7 die bessere Alternative, weil es den älteren Windowsversionen ähnlicher ist. Für jeden anderen, der ein schnelles, zuverlässiges Windows möchte und kein Problem mit der Bedienung von Computern hat ist Windows 8 eine gute Wahl. Insofern kann man Mr. Shaw durchaus zustimmen, wenn er die Kritik an Windows 8 überzogen nennt.

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